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KJP Gespräch zu dritt

Neue Wege für Therapie
und Pflege eingeschlagen

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie hat 2025 eine eigene Zentrale Aufnahme für Erstkontakt, Triage und ambulante Krisenintervention eingerichtet. Zudem hat sie zur Unterstützung der Pflege zwei Genesungsbegleiterinnen angestellt und ihre therapeutischen Angebote ausgebaut.

Die Zentrale Aufnahme (ZA) im Gebäude der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) auf dem Campus Liestal ist seit Juli in Betrieb. Das interprofessionelle Team der ZA klärt ab, ob Patientinnen und Patienten eine stationäre oder ambulante Behandlung benötigen und ob es dafür eine genauere diagnostische Einschätzung braucht. Zudem bietet sie ambulante Notfallinterventionen und Krisenbehandlungen an.

Darüber hinaus werden Notfallkonsilien durchgeführt, um bei Bedarf eine rasche fachliche Einschätzung und Entscheidung zu ermöglichen. Bei stationären Notfalleintritten sorgt die ZA für eine schnelle und effiziente Aufnahme. Die ZA hat sich bewährt, wird laufend optimiert und erfährt von externe Fachpersonen und Institutionen sehr gute Rückmeldungen.

  • Organische psychische Störungen 32
  • Psychische Störungen durch psychotrope Substanzen 26
  • Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen 15
  • Affektive Störungen 417
  • Neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen 586
  • Verhaltensauffälligkeiten mit körperlichen Störungen 199
  • Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen 82
  • Entwicklungsstörungen 545
  • Verhaltens- und emotionale Störungen mit Kindheits- und Jugendbeginn 1'631
  • Abklärungen ohne psychiatrische Diagnose 290
  • Übrige 1'276
Hauptdiagnosen
Kinder- und Jugendpsychiatrie


(Anzahl Patientenfälle)
Schmetterling aus Knete
Ich habe gelernt, mich selbst zu lieben und möchte niemandem mehr den Raum geben, mir dies zu erschweren.»
Patientin der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Genesungsbegleiterinnen in die Teams integriert
Erfolgreich umgesetzt hat die KJP auch ihr Vorhaben, Genesungsbegleiterinnen (Peers) in die stationäre Pflege zu integrieren. Peers haben eigene Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen gemacht und bringen ihr Erfahrungswissen und die Betroffenenperspektive in die Behandlung ein. Sie bewähren sich in der Erwachsenenpsychiatrie der PBL seit Jahren.

Im Herbst hat die KJP als erste Institution dieser Art in der Nordwestschwiez zwei Peers eingestellt, die für diese Aufgabe vom Verein EX-IN ausgebildet worden sind oder noch in der Ausbildung stehen. Der Einsatz dieser jungen Kolleginnen läuft als Projekt, das auf drei Jahre angelegt ist. Finanziert wird es während zwei Jahren von der Thomi-Hopf-Stiftung in Basel.

KJP Peer

Digitale Therapieunterstützung mit einer App
Neu setzt die KJP auch auf digitale Anwendungen im Sinne der «blended therapy». Hier wird die Präsenz-Therapie mit digitalen Interventionen kombiniert, um Therapiequalität und Behandlungsergebnisse zu verbessern. Die KJP hat zu diesem Zweck ein Pilotprojekt für den Einsatz einer Therapie-App lanciert.

Die ylah-App unterstützt die Fachpersonen bei der strukturierten Planung und Durchführung von Behandlungen, indem sie einen Überblick über Patientendaten und Therapieverläufe bietet. Über die App können individuell abgestimmte Online-Aktivitäten – wie Übungen oder Fragebögen – zugewiesen und deren Ergebnisse in Echtzeit ausgewertet werden. So wird der therapeutische Fortschritt transparent, messbar, und Anpassungen der Behandlung werden erleichtert. Zudem stärkt die App das Selbstmanagement der Patientinnen und Patienten und enthält einen Sicherheitsplan zur Suizidprävention.

Smileys aus Knete
Mir geht es heute sehr viel besser, auch wenn ich ab und zu noch schlechte Tage habe. Es ist nicht mehr so wie früher.»
Patientin der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Integrierte Behandlung und neue Angebote
Die integrierte Behandlung wurde 2025 weiterentwickelt. Dazu hat die KJP ein Konzept für den Aufbau eines integrierten Versorgungsangebots über alle Settings ambulant, stationär, aufsuchend (Home Treatment) sowie tagesklinisch erstellt. Tagesklinisch bedeutet eine tageweise Therapie von Patientinne und Patienten auf einer Station ohne Übernachtung. Ein Konzept für Home Treatment befindet sich in der Entwicklung.

Als neues Angebot hat die KJP die stationäre Behandlung von Jugendlichen mit einer Abhängigkeitserkrankung eingeführt. Dazu hat sie auf der jugendpsychiatrischen Intensiv-Therapie-Station A2 spezielle Plätze für Patientinnen und Patienten im Alter von 14 bis 18 Jahren eingerichtet. Sie können hier nach einem Indikationsgespräch elektiv zur qualifizierten Entzugsbehandlung aufgenommen werden. Therapiert werden sie in enger interprofessioneller Zusammenarbeit mit Suchtfachpersonen aus der stationären Erwachsenenpsychiatrie und weiteren internen und externen Partnern, um die Versorgung und Weiterbehandlung bestmöglich abzustimmen.

KJP

Schulpsychologische Abklärungen künftig vollständig beim Kanton
Bisher haben der Schulpsychologische Dienst (SPD) und die KJP gemeinsam schulpsychologische Abklärungen und Indikationsstellungen für schulische Fördermassnahmen vorgenommen. Steigende Fallzahlen und zunehmend komplexe Abklärungen führten jedoch die personellen und fachlichen Ressourcen der KJP an ihre Grenzen.

Kanton und PBL haben darum mit Blick auf weiter steigende Schülerzahlen vereinbart, dass der SPD künftig allein für schulpsychologische Abklärungen und Indikationen zuständig ist. Die KJP soll von diesen Aufgaben entlastet werden, damit sie sich mit ihren beschränkten Ressourcen auf ihre Kernaufgabe konztrieren kann – die Diagnostik und Behandlung von psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen. Im Berichtsjahr hat die KJP zahlreiche pendente Fälle schrittweise an den SPD übergeben. Ab 1. August 2026 ist der SPD allein für diese Dossiers zuständig.

Brücke aus Knete
Die Zeit hier in der Klinik hat mir geholfen, neue Perspektiven zu finden und Schritte nach vorne zu machen.»
Patientin der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Informationsanlass für Zuweisende
Die KJP pflegt den Austausch mit den zuweisenden Fachpersonen und Institutionen und infomiert regelmässig über neue diagnostische und therapeutische Angebote, Kooperationen, Zuweisungswege und personelle Zuständigkeiten. Der Zuweisendenanlass vom September 2025 war wiederum sehr gut besucht. Ein Thema war eine Sprechstunde für junge Menschen mit problematischem Mediengebrauch, die etabliert werden soll.

KJP

Personelle Änderungen
Als neue Leitende Ärztin hat Sandra Bläsi im September 2025 die Leitung des stationären Bereichs übernommen. Sie verantwortet die operative Steuerung und Umsetzung neuer Konzepte und Standards für die stationäre Behandlung. Pflegefachfrau Nicole Sedlak hat per Januar 2025 die neu geschaffene Funktion der Bereichsleitung Pflege besetzt und ist damit verantwortlich für die Weiterentwicklung sowie die Qualitätssicherung im Pflegedienst der KJP. Ebenfalls neu geschaffen wurde die Stelle als Klinikmanagerin KJP, die im Januar 2025 von Sabrina Erb besetzt worden ist. Sie übernahm damit auch die Führung des Sekretariates.

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